Der Prozess – eine Literatur-Performance von Thomas Adamicka und Christoph Humnig

DER PROZESS

Eine Literatur-Performance von Thomas Adamicka und Christoph Humnig

Der Gefängniskaplan in Franz Kafkas ‹Der Prozess› sagt: „Das Gericht will nichts von dir. Es nimmt dich auf, wenn du kommst, und es entläßt dich, wenn du gehst.“

Diese Literatur-Performance wagt ein Experiment. Der lebensmüde Ermittlungsrichter, der sinnesfrohe Anwalt, der phobische Gerichtspsychologe und der verbitterte Hausmeister sind Subpersönlichkeiten des Angeklagten selbst, archetypische Stimmen in seinem Kopf. Jede Subpersönlichkeit verfolgt ihr eigenes, den anderen entgegengesetztes Ziel. Und keine hat eine Antwort auf die Frage, warum der Angeklagte verhaftet wurde.

Alle vier Subpersönlichkeiten im Kopf des Angeklagten werden vom gleichen Schauspieler gespielt. Sie sprechen den Angeklagten direkt an. Sie sprechen direkt in die Kamera. Der Angeklagte ist der Zuschauer selbst.

Bei Kafka heißt es: Das Gericht ist von der Schuld des Angeklagten immer überzeugt. Mir scheint, dass das gnadenloseste aller Gerichte in uns selbst stattfindet. Das Gesetz ist - wie es bei Kafka heißt - dem menschlichen Urteil entrückt. Und doch überrascht es uns zuweilen im Schlaf.

  • Performance: Christoph Humnig
  • Länge: 60 min
  • Fertigstellung: Spätsommer 2019

Impression (21 sec):

Der Prozess – eine Literatur-Performance von Thomas Adamicka und Christoph Humnig